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Interview mit Annell Tschacka nach dem historischen Derbysieg am 5.Oktober 2008

 

Eigentlich ist so ein Tag ja wie dafür geschaffen, ganze Ställe voller Phrasenschweine mit 2-Euro-Münzen zu füllen. Man trinkt morgens ein paar Bier, weil man auf's Schlimmste vorbereitet sein will, geht dann zum Stadion und wird das erste Mal stutzig, als einer von den Ordnungsdienstleuten tatsächlich in der Lage ist ein normales Gespräch zu führen. Trotzdem bleibt ein mulmiges Gefühl und das Geplapper im Block trägt auch nicht gerade zur Zuversicht bei.

Und auf einmal verändert sich die kleine, unwichtige, aber unsrige Welt ein bisschen und man kann und will gar nicht aufhören zu grinsen...

 

Herr Tschacka, was ging in Ihnen vor, als Sie wieder ins Stadion Oberwerth gekommen sind?


Ich hab mich natürlich gefreut, all die Leute wieder zu sehen und ich habe gehofft, dass das Klo seit Juni sauber gemacht wurde. Ich hatte da ein kleines Maleur…


Ja, danke. So genau wollten wir dann gar nicht… Mit welchen Koblenzern haben Sie denn gesprochen?


Ich hab allen Hallo gesagt, die meinen Namen fehlerfrei rufen konnten. Das waren einsame Minuten, sag ich Ihnen. Und dann kam der glatzköpfige Sportdingens und da bin ich weggerannt. Vor dem hab ich Angst.


Hat Milan Sasic besondere Anweisungen gegeben vor so einem wichtigen Derby?


Wir wussten ja alle schon Bescheid.  Es war klar, wir müssen da raus und irgendwie an den Ball kommen. Das ist uns halt diesmal nicht gelungen.


Schmerzt Sie die Rote Karte hier in Koblenz ganz besonders?


Hehe, der Maffric hat mehr Schmerzen. Der schuldet mir auch noch Miete, der Schlawiner!


Sie sahen gar nicht so unglücklich aus, als Sie vom Platz schlichen?


Ich hatte das ja provoziert. Von unseren Fans wusste ich, es gibt Mega-Botschaften zu Beginn der 2. Halbzeit. Das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Als Spieler hat man gar nicht genug Zeit all die schönen Dinge im Stadion in sich aufzunehmen.  Aber ehrlich: Ich hab die Sprüche nicht verstanden. Ich versteh dieses Volk da ständig nicht. Die reden auch so komisch. Aber das schreiben Sie ja nicht, oder?


Äh…, doch. Wie geht es nun weiter, nach so einer Klatsche?


Wir müssen uns wieder auf unsere Tugenden besinnen: Dumpfheit, nichtsagendes Gewäsch und Arroganz bis zum Umfallen, dann wird das nächste Spiel ganz anders ausgehen.


Schön, dass wir mal wieder mit Ihnen sprechen konnten
Herr Tschacka!


Ich muss mal auf’s Klo…

 

Bodo

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