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FC Augsburg - TuS Koblenz 1:0
10.Februar 2008, Rosenaustadion Augsburg, 16478 Zuschauer

 

 

Sag zum Abschied leise „Servus“ – Das wahrscheinlich letzte Mal im Rosenaustadion

 

„Die DB Regio begrüßt sie recht herzlich auf ihrer Fahrt von Erlangen nach Augsburg“, hallte es durch die Lautsprecher des Bahnwagons. Pünktlich (!!!) verließen wir, mein Schängel-auf-Abruf und ich, den Bahnhof gen Süden. Eine Leberkäs’-Semmel und FAZ später erhob sich  aus der Einöde des Donaumoos die Lech-Metropole Augsburg am Horizont. Ein „Land in Sicht!“ konnte ich mir nicht verkneifen. Pirata confluentes enterte nun Augusta Vindelicorum.


Das Bahnhofsgelände versprühte eher den Charme einer 300 Seelengemeinde im tiefsten Ostdeutschland als den der drittgrößten Stadt Bayerns. Unerschrocken schritten wir voran und setzten unseren Weg Richtung Rosenaustadion zielstrebig fort. Von Durst und Harndrang getrieben brachten wir die 3 Kilometer lange Strecke auf Schusters Rappen schneller hinter uns als gedacht.  Nach der auswärtsfahrtüblichen Ehrenrunde ums Stadion, die auch hier auf Grund der nicht vorhandenen Beschilderung sein musste, wurde unser Vorankommen nur durch die eifrigen Finger des Sicherheitspersonals gestoppt. Rücklings abgetastet, entleert, mit dem Bier und der Bratwurst für je 2,50 € in den Händen stürmten wir die meterhohen Wälle der Gästekurve. Vor uns eröffnete sich ein wunderschöner Blick auf das von der zarten Frühlingssonne aus der Winterpause wachgeküsste Stadion des FCA.
  

Die Geschichte der Partie, welche mich sehr an das Heimspiel gegen Paderborn erinnerte – nur ohne Regen, ist schnell erzählt. Die ersten zwanzig Minuten gepennt und das beinahe schon übliche Gegentor bekommen. Danach aufgebäumt und kurz vor der Halbzeitpause die Chance auf den Ausgleich verpasst. In der zweiten Hälfte kontrollierten wir den stahlbetonanrührenden Zweitligisten bis zum Mittelfeld; zwingende Torchancen gab es allerdings auf beiden Seiten nicht. Enttäuscht darüber, dass ich unsere Mannschaft auswärts noch nie habe siegen sehen, aber glücklich über den Umstand, dass es im dritten Anlauf endlich geklappt hat nach Augsburg zu fahren, verließen wir geknickt das Stadion. Eine kleine Träne rollte mir über die Wange und ich bin mir nicht sicher ob es wegen den Resultaten der anderen Begegnungen war oder wegen der Gewissheit, das ich dieses nette Stadion nie wieder betreten werden darf. Ich hauchte zum Abschied leise „Servus“ und verschwand hinten den verspiegelten Fensterscheiben des Regionalexpress’.

 
Eine weitere Leberkäs’-Semmel und diverse Handyspiele später erreichten wir den Bahnhof im fränkischen Erlangen. „Wir verabschieden uns von allen Fahrgästen die in Erlangen aussteigen und wünschen ihnen weiterhin einen schönen Tag.“ Wir verließen den Zug mit der Gewissheit, das nur drei Dinge wirklich „schön“ waren: Das Wetter, Andreas Richter und die Pünktlichkeit der Deutschen Bahn AG.

 

 

Steffen

 

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