FV Engers – TUS Koblenz 0:3
7.Juli 2007, Raiffeisen Stadion Neuwied, 1200 Zuschauer
von Mario B., genannt „Super“
Verdammt, hoffentlich erkennt mich keiner. Wollt die Provinzmannschaft mal sehen, bei der ich gelandet bin. Habe denen erzählt, hätte PR-Termin. Was ein Quatsch. Was soll ich schon PRen? Bin sowieso nur hier, weil meine Alte gemeint hat, so ein aufstrebender, kleinerer Verein wäre das Richtige. Und sie mag den Uwe. Da hab ich sie angeschrien, sie soll mal mit ihrem Frisör sprechen!
Wie kann eine Stadt gleich zwei marode Stadien haben?. Bin beinah nicht hergekommen. Drei Besoffene wussten den Weg. Muss irgendein Fest in der Nähe geben, so viele Besoffene am frühen Nachmittag ist doch unnormal. Zum Glück spielen noch die alten Herren. Da weiß man auch nicht wer wer ist. Vermutlich sind ein Haufen regionaler Helden am hecheln und ich kenn’ keinen einzigen. Na, ich schlender mit meiner Bratwurst mal rüber zur Spielerumkleide. Kommt man ja überall ran hier. Erfreulicherweise kennen mich die Spieler noch gar nicht. Bin zwar als Co-Trainer engagiert, aber ich hab Training früher schon gehasst. Dann lieber BILD-Zeitung lesen. Ach da sind die Spieler ja. Der Koreaner, dessen Namen ich mir nicht merken kann, lässt sich massieren, einer zieht gerade seine orange Schuhe an und so ein kleiner Holländer legt einer graue Handmanschette um, dass er aussieht wie der Eiserne Joseph. Das scheint ja ein toller Haufen zu sein. Da werd’ ich viel Spaß haben. Zum Beginn des Spieles setze ich mich zu ein paar alten Stammtischnationaltrainern und hör mir deren unverschämte Weisheiten hat. Nach 20 Minuten ungefähr schießt einer von rechts den Ball ins Tor und alle haben es schon lange gewusst. Jetzt auf einmal sind wir Aufstiegskandidat. Zwischendurch brüllt dauernd einer „Fährste mit nach Hertha?“ . Was hat dem seine Tante auf dem Fußballplatz verloren? In der Halbzeit gehe ich rüber zum Bierwagen. Die Oma ist mit meiner Bestellung (ein Bier) sichtlich überfordert. Dann kommt ein Typ mit einem Totenkopf auf dem Schal und grinst. Ich frage, ob er auch so zufrieden ist, aber er grinst weiter und in dem Moment knallt ein ganz kleiner Stürmer den Ball aus wenigen Zentimetern über das Tor. Ich gehe schnell ohne Bier weg , verlasse das Stadion und erkundige mich bei einer Horde Besoffener nach dem Fest. Drinne ertönt verhaltener Jubel. Wahrscheinlich das 3:0. Mann, was bin ich euphorisch...
Bodo