FC St. Pauli - FSV Mainz 05 1:0
14.12. 2007, Millerntor-Stadion Hamburg, 17800 Zuschauer
Freitag der 14. Dezember. Mit dem Karnevalsverein zum Spiel auf Pauli. Zeitgleich zum Aachenspiel. Fremdgehen halt.
Nachdem Einer in letzter Minute absprang, waren wir nur noch zu dritt im Auto. Nicht schlecht, hatte ich dann diesmal ne Menge Platz hinten drin…neben der grünen Kiste. Nach ein paar Pinkelpausen, Ausstiegsdrohungen wegen unbeliebten Gesängen von der Rückbank und einer Irrfahrt – trotz Navi – durch Hamburg kamen wir gegen halb fünf am Schanzenstern an. Wie beim TuS-Spiel hatten wir ein 4er-Zimmer.
Die Määänzer kostümierten sich
und dann ging’s vorbei am Denkmal
, endlich zum Freudenhaus der Liga
. Auch diesmal musste ich mit in den Gästeblock.
Nachdem ich per Telefon erlebte, dass unser Zehner vom Oberwerth den Elfer verschoss, ich mich laut aufregte, darauf fragende Blicke angelte und zuletzt beim Paulitor jubelte, wollte ich mich dann auch vorsichtig outen
.
Zwischenzeitlich fragte ich mich was die im Pauliblock so alles rauchen? Ab dem Zaun, hinter den Mainzern qualmt es verdächtig:
n „…es liegt was in der Luft, ein ganz besonderer Duft…“
Zum spiel gibt’s nicht viel zu sagen, auf Pauli geht’s eh nie um die 90 min.
Meine Zecken gewannen „natürlich hoch verdient J“ mit 1 : 0 gegen die „beKLOPPten“. Gut die waren am Ende auch nur noch mit Neun auf dem englischen Rasen. Man erkennt dies auf der modernsten Anzeigetafel mitten in
der halbfertigen Süd!
Und natürlich am Gesicht von Petra.
“n …so sehn Verlierer aus, schalalalala…“
Anschließend ging’s ins alte Clubheim. Zum letzten Mal. In der nächsten Woche wird die Abrissbirne kommen. Alles für die neue Kurve. Viel Kultur geht verloren. Die letzten Biere ‑ Astra schmeckt erst nach dem Siebten ‑ gehen über den Tresen. Und im Hintergrund, hinter dem mit dem Würstchentrikot
, die berühmte Tür! Gell Pit! Damals bist du knapp an der dicken Lippe vorbei gekommen.
Petra, wer war eigentlich der Typ?
Und Thomas, wer war denn Die? 
Nach einem lustigen Plausch mit dem kürzlich pensionierten Paulizist, ich grüße dich Jürgen, ging’s dann in Richtung Party. Keine Ahnung wo überall, ich stand ziemlich unter Strom! 
Wir hatten halt „große Freiheit“ und Fotos gibt’s von diesem Lebensabschnitt natürlich keine!
Zurück auf dem Zimmer strippte Thomas mal ohne Bezahlung für mich
, während Petra seit einiger Zeit von der drohenden Niederlage der 05ern am Oberwerth träumte.
Das ganze muss laut Frank um 02:32 Uhr gewesen sein. Ich soll ihn da angeblich angerufen haben. Wäre auch alles kein Thema gewesen, wenn nicht das Handy bei seinen Eltern gelegen bzw. geklingelt hätte – Sorry Papa-Roesen und Mama-Roesen!
Nachdem ich dann nachts mehrfach auf Klo musste und da auch mal eingepennt sein muss, ging’s irgendwann wieder Richtung Heimat.
Thomas hatte einen Kampf mit seinem Navi. Ein wirklich netter Hamburger Taxifahrer erkannte die Hilflosigkeit sowie das Mainzer Kennzeichen und brüllte rettend über die Straße: „in Richtung Mainz geht’s da vorne links, dann geradeaus, vorbei an den liegen gelassenen 3 Punkten und dann ist die Autobahn auch schon ausgeschildert.“ So richtig lachten bloß der Taximann und ich.
Beim Losfahren betachtete ich die aktuelle Mode in Hamburg. Komplett schwarz. Nicht wie auf einer Beerdigung…Pauli gewann ja…sondern anders – anonym halt! Viele liefen so an uns vorbei. Später kam dann ein Bericht im Radio, über die anstehende Linkendemo im Schanzenviertel, wo wir eben erst aus dem Bett stiegen.
Promt fiel mir der Flyer ein, den ich im Stadion erhielt.
Das war ein Aufruf. Wie es dann da abging, bei der Demo, war in der Tagesschau zu sehen. Glück gehabt. Das Mainzer Auto brannte nicht.
Am Abend endlich wieder in Koblenz „back from hell“ zog ich ein Fazit:
Scheiß Spiel – Drei Punkte – Super Tour – nie wieder Alkohol!
Capitano
