TUS Koblenz – U 18 Ruanda 2:0,
7.April 2007 1122 Zuschauer
Die dicke Tante von der Feuerwehr schrie uns „Scheiß Koblenz!“ hinterher, nachdem sie gezeigt hatte, wo es langgeht zum Vulkanstadion Kruft.
Bunte Eintrittskarten und eine überdachte Stehplatztribüne mit gefühlten drei Reihen erwarteten uns. Und TUS-Kicker in rot und ein Weg unter Bäumen entlang auf die andere Seite, wo man herrlich im Gras sitzen konnte und Bier trinken und jedem Mal in die Augen sehen.
Sicherlich gibt es Schöneres als gegen Jugendliche mit grünen Strümpfen zu spielen und zu wissen, dass man nur zweite Wahl ist. Vielleicht nerven auch Leute, die nach zwei Niederlagen ihre Banner falsch herum aufhängen und nach dem ersten verlorenen Laufduell „Wir woll’n euch kämpfen seh’n“ singen.
Andererseits gibt es auch Schlimmeres als Samstagnachmittag bei mildem Wetter unbeschwert ein bisschen Fußball zu spielen. Wenn man dann Kenan Gelbschuh lustlos dem Ball nachtraben oder Christoph Bum-Bum die Murmel freudlos nach vorne dreschen sieht, verursacht das Stirnrunzeln. Unser Trainer Milan saß auf der harten Holzbank und erinnerte stark an einen dicken, eingeschnappten Brummbären.
Möglicherweise versuchte er sich aber auch daran zu erinnern, wann Onkel Tieku, dass letzte Mal an der Linie konstruktiv nach vorne gegangen ist oder eine kontrollierte Flanke, einen gefährlichen Freistoß oder sonst irgendeinen sinnvollen Ball getreten hätte, so wie es Frank Ichbingarnichtmehrimkader Wiblishauser heute reihenweise tat.
In der Halbzeit wurde die ganze angespannte Atmosphäre von spaßigen Trommeltrompetern mit orangen Fellmützen aufgeheitert, was zu Folge hatte, dass sich dann die gesamte Bank von Ruanda im dicken Anorak mit Mütze genau vor meiner Nase warm machte und sich ein ganz nettes Spielchen mit 2 Toren für uns entwickelte.
Nach dem Schlusspfiff und vielen freundlichen Kruftern in grünen Jacken, die zu mir kamen und nach Spielernamen fragten, rannte ich auf’s Feld um rauszukriegen, welcher blonde Jüngling das Trikot vom Nessos anhatte. Leider war er umringt von so vielen Menschen, denen er sein Name nicht nur nennen, sondern sogar aufschreiben musste, dass ich nicht an ihn rankam und ein wenig frustriert, Plakate klauend das Vulkanstadion verließ.
Auf der Heimfahrt träumte ich von einem lächelnden Milan und dem Frank in der Startelf.
Bodo